Das Projekt

Die Idee

Ziel des Projekts „Kommunale Klimascouts“ ist es, Auszubildende in Kommunen als Akteur*innen und Multiplikator*innen für den kommunalen Klimaschutz zu gewinnen. In einem Pilotprojekt in den Jahren 2018 und 2019 hat das Difu gezeigt, dass die Idee funktioniert. So gelang es, bundesweit 120 kommunale Azubis aus über 50 Städten, Gemeinden und Landkreisen für eigene Klimaaktivitäten in ihrem (Arbeits-)Alltag zu qualifizieren und den Klimaschutzgedanken durch die Umsetzung eigener Projekte in den unterschiedlichen Ressorts und Tätigkeitsfelder einzubringen.


Der Roll-out-Prozess

Im aktuellen Projekt soll die Idee in die Breite getragen werden, um viele weitere Azubis zu Kommunalen Klimascouts zu qualifizieren. Das Difu kooperiert dazu mit Klimaschutz- und Energieagenturen, um über regionale Cluster einen Roll-Out-Prozess zu initiieren. Die Kooperationspartner*innen werden dabei nach dem Train-the-Trainer-Prinzip geschult, damit sie den Qualifizierungsprozess für Azubis später eigenständig durchführen können.


Wir zeigen, wie es geht …

Zu Beginn dieses Roll-out-Prozesses schult das Difu federführend und kostenfrei die teilnehmenden Azubis in  sogenannten „Front-Runner-Regionen“.  In der zweiten Projektphase wird diese Aufgabe an die Kooperationspartner*innen übergeben. Zeitgleich starten in der zweiten Projektphase weitere Regionen – als „First-Follower“ – nach demselben Prinzip der Front-Runner in der ersten Phase.

Zudem entwickelt das Difu-Projektteam ein Betreibermodell zur selbstständigen Durchführung des Schulungsformats „KlimaQuali“. Mit dieser „Anleitung“ sollen interessierte Akteure künftig die Qualifizierung von Azubis zu Klimascouts eigenständig durchführen können.


Projektablauf „Azubis für mehr Klimaschutz“


Was wird vermittelt?

Die teilnehmenden Auszubildenden erhalten eine fundierte Einführung in die Themen Klimawandel und Klimaschutz sowie damit verbundene kommunale aber auch alltagsbezogene Tätigkeitsfelder und Handlungsmöglichkeiten. Zusätzlich wird den Azubis methodisches Know-how zur Projektdurchführung, u. a. Projektmanagement und Kommunikationstechniken, vermittelt. Mit dem erlernten „Handwerkszeug“ konzipieren die Teilnehmer*innen in ihrem Arbeitsumfeld eigenständig ein Klimaschutzprojekt und setzen dieses vor Ort um.

Unterstützt werden sie dabei von Mentor*innen aus ihren Kommunen, z.B. Ausbildungsleitung, Klimaschutz- oder Energiemanagement. Um den Azubis den Projektstart zu erleichtern, beinhaltet die „KlimaQuali“ auch eine Ideenwerkstatt, um in kleinen Gruppen erste Überlegungen und Ansätze miteinander zu diskutieren. Zum Programm der „KlimaQuali“.


Mitmachen lohnt sich!

Die teilnehmenden Azubis erhalten eine kostenfreie Zusatzqualifikation in einem aktuellen Themenfeld. Das selbstständig Initiieren und Umsetzen eines Projekts fördert dabei selbstverantwortliches Arbeiten. Neben handfesten Einsparungen durch Klimaschutz- und Energieeffizienzmaßnahmen hat das Engagement der Auszubildenden auch eine positive Strahlkraft nach außen und unterstreicht die Vorbildfunktion der Kommunen im Klimaschutz.

Die Möglichkeiten, innerhalb der Kommunalverwaltung oder einen kommunalen Eigenbetrieb aktiv zu Klimaschutz und Energieeinsparung beizutragen, sind sehr vielfältig. Grundsätzlich können alle motivierten Azubis mit Interesse an Klimaschutz- und Energiethemen teilnehmen. Die Fachrichtung der Ausbildung spielt keine Rolle. Die Projektbeispiele Kommunaler Klimascouts geben Anregungen und Einblicke in die Praxis.

 

Erfahrungen von Scouts-Teilnehmer*innen des Pilotvorhabens 2018/19

Melanie Meier, Rems-Murr-Kreis
"Ich interessiere mich schon sehr lange für eine nachhaltige Lebensweise und war sehr froh, als wir Auszubildende im Landratsamt Rems-Murr-Kreis zur Teilnahme am Projekt aufgerufen wurden. In unserem Projektteam waren Personen aus der Verwaltung, dem Straßenbau und dem Klimaschutz vertreten. Und obwohl alle im Projektteam oft zu unterschiedlichen Zeiten im Betrieb waren, hat der Austausch immer funktioniert - auch dank der digitalen Möglichkeiten. Das war sehr spannend und inspirierend. Man muss Klimaschutz wirklich immer über den eigenen Bereich hinausdenken!"

Nils Pillkann, Rems-Murr-Kreis
"Das Projekt Klimaschutz- und Energiescouts war wirklich eine tolle Erfahrung. Ich hätte zu Projektbeginn nicht gedacht, dass wir so viel bewegen können. Aber wir haben im Projektzeitraum viele Ideen entwickelt und hatten für die Umsetzung jede notwendige Unterstützung. Für mich ist das sehr wichtig. Dass alle begeistert mitmachen und gute Ideen - auch von Auszubildenden - aufgenommen und gefördert werden!"


And the winner is…

Alle eingereichte Azubi-Projekte aus den verschiedenen Regionen nehmen an einem Wettbewerb teil. Die Wettbewerbsbeiträge werden fachlich begutachtet. Eine Jury entscheidet schließlich, welche drei Projekte offiziell ausgezeichnet werden und an der Preisverleihung auf der „Kommunalen Klimakonferenz“ in Berlin teilnehmen, die das Bundesumweltministerium und das Deutsche Institut für Urbanistik jährlich ausrichten. Den Gewinner-Kommunen winkt neben der Auszeichnung auch noch ein Preisgeld von jeweils 3.000 Euro. Weitere Infos zum Wettbewerb.